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Vorherige Forschungen
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Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen in der Nekropole von Ancón führten zwischen 1874 und 1875 Wilhelm Reiss und Alphons Stübel durch. Zur damaligen Zeit befand sich aufgrund des Baus der Eisenbahnlinie Lima – Huacho das Gräberfeld in einem offenen Prozeß der Zerstörung.

Reiss und Stübel gruben in verschiedenen Bereichen innerhalb und außerhalb der Nekropole aus, und es ist nicht überliefert, wieviele Bestattungen insgesamt geborgen wurden. Die Resultate ihrer Forschungen wurden in drei Bänden unter dem Titel “Das Totenfeld von Ancón” (1880-87) veröffentlicht. Dieses Werk enthält detaillierte Beschreibungen und Farbillustrationen des geborgenen kulturellen Materials, obwohl seine Autoren sich größtenteils eigentlich nicht um die archäologischen Assoziationen sorgten und auch nicht das chronologische Problem der Bestattungen und des Fundplatzes im allgemeinen ansprachen.

Im Jahr 1876 besuchte Charles Wiener Ancón und öffnete verschiedene Gräber, publizierte aber seine Ergebnisse nicht. Die geborgenen Fundobjekte gingen in die Sammlung des Mussée Ethnographique in Paris.

1884 exhumierte Knut Hjalmar Stolpe einige Gräber der Nekropole. Seine Kollektionen befinden sich im Staatlichen Ethnologischen Museum in Stockholm, doch seine Feldnotizen sind verschollen.

Zwischen 1891 und 1892 grub George Amos Dorsey auf Kosten der Kolumbianischen Weltaustellung von Chicago 127 Gräber in der Nekropole aus. Das gewonnene Material diente ihm als Grundlage für seine Doktorarbeit von 1894 mit dem Titel “An archaelogical study based on a personal exploration of over one hundred graves at the necrópolis of Ancón, Perú”. Seine Feldaufzeichnungen sind ebenfalls verlorengegangen.

Im Jahr 1904 führte der Deutsche Max Uhle in der Hügelzone Ausgrabungen in einem Muschelhügel durch, welcher aus enormen Anhäufungen von Nahrungsabfällen marinen Ursprungs bestand. Uhle schlug vor, daß die Muschelhügel die Präsenz einer der anzestralen peruanischen Zivilisation vorausgehenden Etappe bezeugten, und er schätzte diese als eine von “primitiven Fischern” ein. Andererseits analysierte William D. Strong die Keramik der Kontexte unter Zuhilfenahme der unedierten Feldnotizen Uhles und wies ihnen eine chronologische Ordnung zu, die grundsätzlich die Daten von Uhle bestätigt.

1941 gruben Gordon R. Willey und M. Newman, Archäologen der Universität von Columbia, in der Hügelzone aus. Die Ergebnisse wurden im Jahr 1954 veröffentlicht, wobei Willey eine erste chronologische Ordnung der zu Früh-Ancón gehörenden Keramik entwarf.

Gegen Ende des Jahres 1945 wurden große archäologische Rettungsgrabungskampagnen eingeleitet, welche durch den Bau moderner Ansiedlungen in der nördlichen Zone der Nekropole motiviert wurden. Julio C. Tello legte in der Zone von Miramar eine Fläche von 2000 m Länge und 200 m Breite frei, wo 1570 Bestattungen mit einer Gesamtanzahl von 14055 Objekten gefunden wurden. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurde nur ein vorläufiger Bericht über die im nordöstlichen Sektor der Nekropole realisierten Ausgrabungen vorgelegt. In diesem Sektor wurden ungefähr 100 Bestattungen gefunden.

Im Jahr 1946 und im Rahmen dieses Programmes grub Julio C. Tello 264 Bestattungen eines Gräberfeldes des Frühen Horizontes in der Hügelzone (oberer Abschnitt der Piste von Playa Hermosa) aus. Rebeca Carrión Cachot beschrieb diese Bestattungen auf kurze Weise. Aus Anlaß einer Austellung in Ancón, welche 1951 in der Nationalen Universität von San Marcos (Universidad Nacional Mayor de San Marcos) in Lima durchgeführt wurde, publizierte Carrión, die nach dem Tod von Tello die Arbeiten in Ancón leitete, einen kleinen Katalog über diese Forschungen.

1950 wurde unter Leitung der “Direktion für die Inspektion archäologischer Monumente” (Dirección de la Inspección de Monumentos Arqueológicos) eine zweite Grabungskampagne in der Zone von Miramar organisiert. In der Zeitspanne von August 1950 bis Oktober 1953 barg man 875 Bestattungen, die insgesamt 11090 Objekte enthielten. Die aus dieser Kampagne gewonnenen Resultate wurden teilweise von Rogger Ravines (1979-1983) publiziert.

Zwischen Juli und September 1955 und zwischen September und Oktober 1968 organisierte die “Sektion für Erforschung und Erhaltung von Ruinen und archäologischen Monumenten” (Sección de Exploraciones y Conservación de Ruinas y Monumentos Arqueológicos) der "Direktion für Archäologie und Geschichte" (Dirección de Arqueología e Historia) die letzten Kampagnen in Miramar. 1959 wurden 68 Gräber, die 391 Objekte enthielten, gefunden und 1965 fand man 21 Bestattungen mit 171 Objekten.

Andererseits realisierten zwischen 1957 und 1958 Ernesto Tabío und Edward P. Lanning einige Grabungsschnitte in der Hügelzone, wo sie Keramikfragmente des Stiles Paracas Cavernas fanden.

Im Jahr 1959 arbeitete im Bereich der Baumschule (Hügelzone) Personal des Nationalmuseums für Anthropologie und Archäologie (Museo Nacional de Antropología y Arqueología) und entdeckte einige Bestattungen aus dem Frühen Horizont. Diese Arbeiten dauerten in der Periode von 1960 bis 1962 fort. Jorge C. Muelle und Rogger Ravines präsentierten eine als “Los Estratos Precerámicos de Ancón” (1973) titulierte Publikation, in der sie über die Funde und ihre Ergebnisse berichteten.

In den Jahren 1960 und 1961 grub Ramiro Matos in der Hügelzone einen Fundplatz, “El Tanque” genannt, aus. Auf Grundlage der Ergebnisse seiner Ausgrabung faßte er dann seine bisher unveröffentlichte Doktorarbeit mit dem Titel "La Cerámica Temprana de Ancón y sus problemas" (1962) ab.

Von 1961 bis 1963 und 1967 führte Hermilio Rosas in der Hügelzone Ausgrabungen durch. Das geborgene kulturelle Material diente ihm als Grundlage für seine Bachelor-Arbeit von 1970 mit dem Titel "La Secuencia Cultural del Periodo Formativo de Ancón", welche im Jahr 2007 veröffentlicht wurde.

Im August 1966 leiteten Hilda Vidal und Carlos Guzmán Ladrón de Guevara die Ausgrabungen in den Stadtvierteln Las Latas, Las Esteras, Miramar und Pescadores. Dabei fanden sie mehr als 90 Bestattungen.

Von 1968 bis 1969 führte Hilda Vidal archäologische Arbeiten in der Ebene der Stadtviertel Las Esteras, Miramar und Las Colinas durch. Die Resultate wurden nicht publiziert.

Zwischen 1969 und 1970 tätigten Humberto Ghersi und Lorenzo Samaniego verschiedene Ausgrabungen im Park Inca Garcilazo de la Vega im Stadtviertel Pescadores.

1970 grub Albert Millar auf dem Fundplatz El Tanque in der Hügelzone aus. Anschließend, auf Grundlage eines Studiums des geborgenen Materials, verfaßte er seine Dissertation mit dem Titel "Economic Prehistory at the Ancón Tank Site: A test of demographic explanation of agricultural origins in the Ancón-Chillon region, central Peruvian coast".

Im Jahr 1976 realisierte man eine Ausgrabungskampagne in der Ebene von San José unter der Leitung des Nationalen Kulturinstituts (Instituto Nacional de Cultura), in welcher 12 Bestattungen entdeckt wurden, die von Rogger Ravines ausgegraben wurden.

Zwischen Januar und Februar 1994 führten das Zentrum für Archäologische Forschung von Ancón (Centro de Investigación Arqueológica de Ancón) und die Universität von Lima das archäologische Projekt "Gräber von Ancón" ("Tumbas de Ancón") in der Zone von Miramar unter der Leitung von Federico Kauffman Doig aus. Insgesamt deckte man 20 Grabkontexte, die 31 Individuen entsprachen, auf. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Arqueológicas ? 23 (1996) veröffentlicht.

Auf diese Weise sind, in einigen Fällen mit wissenschaftlichem Kriterium, mehr als 3000 Bestattungen in Ancón ausgegraben worden. Dennoch ist bis zum heutigen Tag nur ein kleiner Teil der Ergebnisse dieser Forschungen publiziert worden.
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